Aus unseren Auskunftsgesprächen

Antworten

1. Stimmt die Austrittsabrechnung, die ich von meiner Pensionskasse erhalten habe?

Bei Vorliegen der Abrechnung und des Pensionskassenregelements kann die auskunftserteilende Person in den allermeisten Fällen eine Plausibilisierung der Abrechnung vornehmen. Häufig stellt sich die Frage, ob das Vorsorgegeld der vorangehenden Pensionskasse auch eingerechnet ist. Dazu ist es hilfreich, auch die Austrittsabrechnung der vorangehenden Pensionskasse beizuziehen. Anhand der jährlich von der Pensionskasse erhaltenen Versicherungsausweise kann schliesslich das Anwachsen des Vorsorgevermögens verfolgt werden.

2. Wo ist das Geld meiner früheren Pensionskasse?

Beim Verlassen des bisherigen Arbeitgebers trifft den Versicherten eine Mitwirkungspflicht. Er muss seiner bisherigen Pensionskasse mitteilen, wohin sie das Geld überweisen muss. Erkundigen Sie sich also beim neuen Arbeitgeber über die Kontoangaben Ihrer neuen Pensionskasse (Einzahlungsschein) und melden Sie diese der alten Pensionskasse. Haben Sie (noch) keinen neuen Arbeitgeber, fragen Sie die alte Pensionskasse oder Ihren Bankberater, auf welche Freizügigkeitseinrichtung Sie das Geld überweisen lassen sollen.

Lässt sich anhand der Ausweise und Austrittsabrechnungen nicht schlüssig nachweisen, dass das Vorsorgegeld in die neue Pensionskasse eingebaut wurde, sind entsprechende Nachforschungen anzustellen. Die auskunftserteilende Person kann Ihnen helfen, wie Sie dabei im konkreten Fall vorzugehen haben.

3. Kann ich mein Pensionskassengeld bar beziehen?

Ein Barbezug vor dem Pensionierungsalter (vgl. Frage 4) kann nur aus den im Freizügigkeitsgesetz (Art. 5 FZG) vorgesehen Gründen verlangt werden. Diese Gründe sind gegeben, wenn:

  • die versicherte Person die Schweiz endgültig verlässt (vorbehalten bleibt die Spezialregelung mit der EU und der EFTA, was das BVG Minimalaltersguthaben in Art. 25f FZG anbelangt)
  • sie eine selbständige Erwerbstätigkeit aufnimmt und der obligatorischen beruflichen Vorsorge nicht mehr untersteht; oder
  • die Austrittsleistung weniger als ihr Jahresbeitrag beträgt.

4. Wann kann ich frühestens pensioniert werden?

Das ordentliche Pensionierungsalter richtet sich bei den meisten Pensionskassen nach der Regelung in der AHV, also Frauen 64 und Männer 65. Es gibt aber zahlreiche Pensionskassen, die ein früheres ordentliches Pensionierungsalter (ohne Kürzung der Rente) oder eine vorzeitige Pensionierung (mit Kürzung) vorsehen. Diese Frage kann also nur anhand des Vorsorgereglements schlüssig beantwortet werden.

5. Was ist besser: ein Freizügigkeitskonto oder eine Freizügigkeitspolice?

Falls Sie bei einem Austritt nicht wieder sofort in eine neue Pensionskasse eintreten, müssen sie das Vorsorgegeld bei einer Freizügigkeitseinrichtung „parkieren“. Bei einem Freizügigkeitskonto wird das Geld bei einer Bank angelegt und verzinst. Sie können meistens auch in Wertschriften oder Fonds anlegen, tragen dabei aber hierfür das volle Risiko dieser Anlagen. Bei einer Freizügigkeitspolice können Sie sich für den Todes- oder Invaliditätsfall noch einen zusätzlichen Schutz erwerben. Dafür ist die Verzinsung dort tiefer.

6. Kann ich bei einer laufenden Altersrente noch ein Alterskapital beziehen?

Einmal gewählt – immer gewählt. Sie können also nicht nach Monaten oder Jahren des Rentenbezuges das Alterskapital wählen. Um das Alterskapital beziehen zu können, sehen die meisten Pensionskassen vor, dass dies innerhalb einer bestimmten Frist vor der Pensionierung mitgeteilt werden muss.

7. Was muss ich tun, damit mein Konkubinatspartner bei meinem Ableben eine Rente oder ein Todesfallkapital von meiner Pensionskasse bekommt?

Das Gesetz sieht eine solche Leistung nicht zwingend vor, sondern überlässt es den Pensionskassen. Somit ist anhand des Vorsorgereglements genau zu überprüfen, wie die Voraussetzungen lauten, insbesondere ob und wann der Partner bei der Pensionskasse angemeldet werden muss. Meistens verfügen die Pensionskassen hierfür über ein spezielles Formular.

8. Meine Pensionskasse verzinst das Altersguthaben weniger als mit dem BVG-Mindestzinssatz. Darf Sie das?

Der BVG- Minimalzinssatz, der vom Bundesrat jährlich festgelegt wird, gilt für das BVG Minimalguthaben. Im überobligatorischen Bereich ist die Pensionskasse frei, wie sie das Guthaben aufgrund der finanziellen Lage der Kasse verzinst. Bei sog. „umhüllenden“ Kassen kann sie für das gesamte Guthaben (obligatorischen und überobligatorischer Teil) einen tieferen Satz anwenden, als den Minimalzinssatz. Ob sie dies nur in einer Unterdeckung (Deckungsgrad unter 100%) darf, ist umstritten.

9. Ich wurde im Jahre 2008 arbeitsunfähig und beziehe seit dem 1. Mai 2009 eine Invalidenrente. Per 1.1.2009 hat die Pensionskasse ein neues Reglement. Welches Reglement gilt nun für mich?

Wenn nichts anderes geregelt ist, ist dasjenige Reglement anwendbar, das bei Beginn der Invalidität in Kraft war und nicht jenes bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Die Pensionskasse kann aber im Reglement abweichende Regelungen vorsehen.

10. Soll ich ein Alterskapital oder eine Altersrente beziehen?

Diese Frage kann nur individuell aufgrund der gesamten Lebensumstände, der finanziellen Lage, dem Sicherheitsbedürfnis und der Zukunftsaspekte beantwortet werden. Wer eine Rente bezieht, muss sich keine Sorgen über die Geldanlagen und die Frage machen, ob das Geld denn noch ausreicht, wenn er alt wird.